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Dr. Lukas Kaminski

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Termine zur Fachsprachenprüfung

Nach dem Eingang Ihrer Anmeldung laden wir Sie zum nächstmöglichen Prüfungstermin ein.

Fachsprachenprüfung

Migranten, die in Deutschland die Approbation als Apotheker oder die Berufserlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des Apothekerberufs beantragen, müssen die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Sprachkenntnisse nachweisen. Gefordert sind Kenntnisse der Stufe C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Die Prüfungen werden in Niedersachsen ab sofort von der Apothekerkammer durchgeführt.

Bis 2014 konnten die zugewanderten Pharmazeuten für die Beantragung der Approbation ein Zertifikat von einem Sprachinstitut vorlegen, das Sprachkenntnisse der Stufe C1 bescheinigte. Das gilt nun nicht mehr. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die von den Sprachschulen erteilten Diplome und Zeugnisse nicht geeignet sind, die für die Berufsausübung erforderlichen Sprachkenntnisse zu prüfen. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hat deshalb im Juni 2014 Vorgaben beschlossen, mit denen die für die Berufsausübung erforderlichen Deutschkenntnisse in den akademischen Heilberufen ab sofort überprüft werden.

Künftig wird die Apothekerkammer Fachsprachentests für Pharmazeuten durchführen, die im Kammerbezirk Niedersachsen arbeiten werden. Dies gilt gleichermaßen für den Antrag auf Approbation und Berufserlaubnis. Diese Aufgabe hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung der Apothekerkammer Niedersachsen übertragen, um die für die Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache von Pharmazeuten zu überprüfen.

Voraussetzung für die Prüfung
Um zur Fachsprachenprüfung zugelassen zu werden, müssen die Kandidaten Kenntnisse auf dem Niveau eines GER-B2-Diploms besitzen. In der Fachsprachenprüfung selbst werden Fachsprachenkenntnisse im berufsspezifischen Kontext auf dem Sprachniveau C1 abgefragt.

In der Prüfung wird bewertet, ob der Kandidat fachkundige Sprachkenntnisse im Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen besitzt. Erwartet wird, dass der Prüfling ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen kann. Er kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Er äußert sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten und verwendet dabei verschiedene sprachliche Wendungen um Gedanken, Meinungen, Schlussfolgerungen und ähnliches zu schildern und zu verknüpfen. Das pharmazeutische Fachwissen wird nicht überprüft.

Die Prüfung
Die Prüfungen werden von mindestens zwei Prüfern abgenommen, von denen mindestens einer Apotheker ist. Der Sprachtest ist eine mündliche Einzelprüfung. Sie besteht aus drei Teilen und dauert insgesamt 60 Minuten.

Nach der Begrüßung durch die Prüfer erhält der Prüfling zur Vorbereitung die schriftliche Aufgabenstellung und die Fachinformation eines Fertigarzneimittels, in der alle für die Prüfung wichtigen Passagen farblich markiert sind. Die Fachinformation dient als inhaltliche Grundlage für die sich anschließenden mündlichen und schriftlichen Prüfungsteile. Der Prüfling darf zusätzlich wichtige Passagen der Fachinformation markieren und Randnotizen erstellen. Für die gesamte Prüfung werden dem Prüfling zudem medizinische und pharmazeutische Nachschlagewerke, zum Beispiel Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Hunnius, Pharmazeutisches Wörterbuch, sowie ein Taschenrechner, Papier und Stift bereitgestellt. Während der Vorbereitung und der Prüfung darf jederzeit auf die angefertigten Aufzeichnungen zurückgegriffen werden. Diese sind jedoch nach der Prüfung bei der Prüfungskommission abzugeben. Die Verwendung von Mobiltelefonen und anderen mitgebrachten elektronischen Hilfsmitteln ist während der Prüfung nicht gestattet.

Simuliertes Apotheker-Patienten-Gespräch (20 Minuten)
Der Prüfling informiert und berät einen Patienten bei der Arzneimittelabgabe über ein Arzneimittel, arzneimittelbezogene Probleme sowie mögliche Arzneimittelrisiken. Insbesondere weist er den Patienten auf die sachgerechte Anwendung, Aufbewahrung und Entsorgung des Arzneimittels hin und klärt ihn über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen auf. Der Prüfling verwendet dabei laienverständliche Bezeichnungen und verzichtet wenn möglich auf Fachbegriffe.

Schriftliche Dokumentation: Anfertigen eines in der pharmazeutischen Berufsausübung üblicherweise vorkommenden Schriftstückes (20 Minuten)
Im schriftlichen Prüfungsteil füllt der Prüfling aufgrund einer in dem geführten Gespräch (Prüfungsteil I) festgestellten Nebenwirkung den Berichtsbogen der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) „Bericht über unerwünschte Arzneimittelwirkungen“ aus.

Simuliertes Apotheker-Apotheker-Gespräch (20 Minuten)
Der Prüfling informiert einen anderen Apotheker über den Patienten, die Nebenwirkung sowie gegebenenfalls über Angaben der Fachinformation. Zum Ende dieses Prüfungsteils übersetzt der Prüfling pharmazeutische Fachbegriffe in laienverständliche Sprache. Die Übersetzung erfolgt schriftlich und mit ein bis wenigen Worten.

Kann ich mich auf die Prüfung vorbereiten?
Der Apothekerkammer Niedersachsen ist nicht bekannt, ob es spezielle Vorbereitungskurse gibt oder geben wird. Die Kammer bietet solche Kurse nicht an.

Wer sich auf die Prüfung vorbereiten möchte, dem ist eine Hospitation in einer Apotheke empfohlen. Auf unserer Webseite gibt es für Pharmazeuten die Möglichkeit, ein Stellengesuch aufzugeben. Apothekenleiter können ihrerseits ein Stellenangebot veröffentlichen.

Hinweis: Wer zur Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung in einer Apotheke hospitiert, gehört nicht zum pharmazeutischen Personal nach § 1a, Absatz 2 Apothekenbetriebsordnung und darf deshalb keine pharmazeutischen Tätigkeiten nach § 1a, Absatz 3 Apothekenbetriebsordnung ausüben.