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Schwangere sollten sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen

Nur den Beipackzettel lesen, reicht nicht aus

Hannover, 13.06.2022 – Zu Beginn einer Schwangerschaft gehen den Eltern viele Gedanken durch den Kopf. Einer davon sollte der eigenen Hausapotheke gelten, denn nicht alle Medikamente sind für Schwangere geeignet, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.

Wenn die werdenden Mütter unsicher sind, können sie sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen und erhalten Empfehlungen für Alternativen. Für eine zuverlässige Abschätzung des Arzneimittelrisikos und eine gefahrlose Anwendung reicht das Lesen des Beipackzettels nicht aus. Auch bei der Selbstmedikation müssen Schwangere vorsichtig sein. Das heißt nicht, dass werdende Mütter Krankheitssymptome wie Schnupfen, Übelkeit oder andere Symptome, die einem das Leben schwer machen, einfach hinnehmen müssen. Zur Symptomlinderung müssen nur die für Schwangere geeigneten Medikamente gewählt werden. Welche das sind, wissen die Apotheker:innen vor Ort.

Individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung durch Arzt oder Apotheker
Patientinnen sollten während ihrer Schwangerschaft jedes Arzneimittel hinsichtlich der Sicherheit in der Schwangerschaft hinterfragen, dazu gehören auch Empfehlungen von wohlmeinenden Bekannten und das nach bisheriger Erfahrung bewährte Mittel zur Symptomlinderung. Vor dem Einsatz eines Medikaments ist in jedem Fall eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung durch Ärzt:innen oder Apotheker:innen vonnöten. Die Fachleute prüfen dann, ob auch alle anderen Möglichkeiten vorab ausgeschöpft oder zumindest begleitend in der Therapie genutzt werden. Es reicht nicht aus, nur den Beipackzettel des Arzneimittels zu lesen. Dieser erlaubt keine zuverlässige Abschätzung des Arzneimittelrisikos.

Geeignete Medikamente während der Schwangerschaft
Auch Schwangere dürfen und sollen Symptome bei körperlichem Unbehagen lindern, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Bei einer Verstopfung empfiehlt sich zunächst eine Einnahme von Quell- und Füllstoffen mit ausreichend Flüssigkeit wie zum Beispiel Flohsamenschalen oder von osmotisch wirkenden Abführmitteln wie Macrogol-Pulver oder Lactulosesirup, die Wasser im Darm zurückhalten und den Stuhl erweichen. Diese Arzneimittel sind wenig risikoreich für die Mutter und das ungeborene Leben. Leidet die Schwangere unter Sodbrennen, beraten die Apotheker:innen vor Ort hinsichtlich einer geeigneten Ernährung und empfehlen Arzneimittel zur Linderung der Beschwerden.

Auch Schmerzmittel dürfen in der Schwangerschaft eingenommen werden. Diese sind aber abhängig von dem Schwangerschaftsmonat auszuwählen. Bei Kopfschmerzen kann auch Pfefferminzöl auf den Schläfen angewendet werden. Magnesium hilft bei schmerzenden Beinen und Krämpfen.

Schwangere sollten sich in einer Apotheke vor Ort beraten lassen. Dort kennt man auch die Grenzen der Selbstmedikation und weiß, wann für die werdende Mutter ein Arztbesuch unabdingbar ist.

Natur-Arznei nicht immer harmlos
Häufig werden pflanzliche Medikamente sowie Nahrungsergänzungsmittel als harmlos und deshalb als in der Schwangerschaft geeignet eingestuft. Das stimmt aber nicht immer und ist für Schwangere schwer zu erkennen, da es teils keine Packungsbeilage dazu gibt. Pflanzliche Zubereitungen enthalten zudem häufig Alkohol. Dieser sollte während der gesamten Schwangerschaft gemieden werden.

Sichere Beratung in der Apotheke vor Ort
Die Apotheker:innen vor Ort greifen bei der Beratung ihrer Patient:innen auf verschiedene Datenbanken zurück. Alle apotheken- und verschreibungspflichtigen Arzneimittel sind vollständig mit Wirk- und Hilfsstoffen deklariert sowie Dosierungsangaben, Hinweisen zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Indikationsgebieten gelistet. Auch aktuelle Empfehlungen für die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sind in dieser Datenbank enthalten. Somit erhalten Schwangere in der Apotheke vor Ort eine sichere Beratung, die auf den aktuellen Erkenntnissen beruht. Eine deutschsprachige Datenbank, die auch allen Patientinnen zur Verfügung steht, ist embryotox.de, die von der Charité-Universitätsmedizin Berlin betrieben wird.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Die Apothekerin und der Apotheker sind fachlich unabhängige Heilberufler:innen. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apotheker:innen die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwerben die Studierenden Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhalten die Apotheker:innen eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung können sie eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist:innen für Gesundheit und Prävention beraten die Apotheker:innen die zur Ausübung der Heilkunde berechtigten Personen kompetent und unabhängig über Arzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte. Apotheker:innen begleiten Patient:innen fachlich, unterstützen menschlich und helfen so, die Therapie im Alltag umzusetzen.

Pressekontakt der Apothekerkammer Niedersachsen:
AzetPR
Andrea Zaszczynski
Wrangelstraße 111, 20253 Hamburg
Telefon: 040 / 41 32 700
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