Abgeschlossenes Studium der Pharmazie innerhalb der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes

Sie haben innerhalb der EU oder des europäischen Wirtschaftsraum ein Studium der Pharmazie erfolgreich abgeschlossen. Ihre Ausbildung berechtigt Sie im Herkunftsland uneingeschränkt zur Ausübung des Apothekerberufes, also auch zur eigenverantwortlichen Leitung einer Apotheke?

Sie haben eine Gesamtausbildungszeit von fünf Jahren, von denen zwölf Monate auf die praktische Ausbildung entfallen müssen, absolviert?

Sie sind im Besitz einer der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes zugehörigen Staatsangehörigkeit?

Sie verfügen über die für die Ausübung des Apothekerberufes erforderlichen Deutschkenntnisse? Diese sind als ausreichend anzusehen, wenn Sie die erfolgreiche Teilnahme an der Fachsprachenprüfung nachweisen können.

Sie möchten den Beruf des Apothekers in Niedersachsen ausüben?

Dann könnte für Sie die Ausstellung einer Approbation in Frage kommen.

Sollten Sie Ihr Studium der Pharmazie innerhalb der EU oder des europäischen Wirtschaftsraum erfolgreich abgeschlossen haben, Sie jedoch nicht im Besitz einer der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes zugehörigen Staatsangehörigkeit sein, so kann Ihnen eine Berufserlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes ausgestellt werden, wenn auch die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Voraussetzungen zur Ausstellung einer Approbation sind von der Erfüllung der fachlichen als auch persönlichen Voraussetzungen abhängig.

Ob Ihre in einem der EU zugehörigen Land absolvierte Ausbildung automatisch anerkannt werden kann, ist von verschiedenen Aspekten abhängig.

Die Anlage zu § 4 Bundes-Apothekerordnung (BApO) enthält eine Aufstellung aller EU zugehörigen Länder mit einem entsprechenden Stichtag. Der Stichtag richtet sich nach dem jeweiligen Datum des Beitritts des Landes in die EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes. Maßgeblich für eine automatische Anerkennung Ihrer Ausbildung ist, dass Sie das Studium nach dem in der Anlage genannten Stichtag aufgenommen haben und Ihr Ausbildungsnachweis sowohl die genannte Bezeichnung enthält als auch von der genannten Stelle ausgestellt wurde.

Ist dies der Fall, so erfüllen Sie die fachlichen Voraussetzungen zur Ausstellung einer Approbation für Apotheker oder einer Berufserlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes, abhängig von der vorliegenden Staatsangehörigkeit.

Ist dies nicht der Fall, so sind weitere Voraussetzungen zu prüfen.

Wenn Sie Ihre Ausbildung vor dem in der Anlage zu § 4 BApO genannten Stichtag begonnen haben, ist die Ausbildung gleichzusetzen, wenn Sie eine Bescheinigung der zuständigen Behörde des jeweiligen Mitgliedstaats vorlegen können, dass Ihre Ausbildung den Anforderungen des Artikels 44 der Richtlinie 2005/36/EG entspricht. Die fachlichen Voraussetzungen zur Ausstellung der Approbation wären dann erfüllt.

Kann diese Bescheinigung nicht erbracht werden, weil Ihre Ausbildung nicht in allen Punkten dem Artikel 44 der Richtlinie 2005/35/EG entspricht und Sie Ihre Ausbildung vor dem in der Anlage zu § 4 BApO genannten Stichtag begonnen haben, Sie jedoch durch eine Bescheinigung der zuständigen Behörde des Mitgliedstaates nachweisen können, dass Sie in den letzten fünf Jahren vor Ausstellung der Bescheinigung mindestens drei Jahre ununterbrochen eine pharmazeutischen Tätigkeit in einem Mitgliedstaat der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes zugehörigen Landes ausgeführt haben, kann Ihre absolvierte Ausbildung anerkannt werden und die fachlichen Voraussetzungen für die Approbation als Apotheker oder einer Berufserlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes, abhängig von der vorliegenden Staatsangehörigkeit, wären erfüllt.

Wenn Ihr ausgestellter Ausbildungsnachweis nicht der in der Anlage zu § 4 BApO genannten Bezeichnung entspricht, sie aber eine Bescheinigung der zuständigen Behörde des Staates, der den Ausbildungsnachweis ausgestellt hat, vorlegen können, dass Ihre absolvierte Ausbildung alle Anforderungen des Artikel 44 der Richtlinie 2005/36/EG erfüllt und sie der in der Anlage genannten Ausbildungsnachweise gleichsteht, kann Ihre Ausbildung anerkannt werden und die fachlichen Voraussetzungen für die Approbation als Apotheker oder einer Berufserlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes, abhängig von der vorliegenden Staatsangehörigkeit, gelten als erfüllt.

Sollten alle diese Voraussetzungen nicht erfüllt sein, sie jedoch über eine abgeschlossene Ausbildung als Apotheker verfügen, die sie im Herkunftsland uneingeschränkt zur Ausübung des Apothekerberufes berechtigt, also auch zur eigenverantwortlichen Leitung einer Apotheke, so ist der gleichwertige Kenntnisstand durch eine Gleichwertigkeitsprüfung nachzuweisen.

Die Prüfung erstreckt sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung, also auf die Fächer Pharmazeutische Praxis und Rechtsgebiete für Apotheker.

Die Teilnahme an der Prüfung ist kostenpflichtig und es fallen Gebühren in Höhe von 350,- € an.

Zur Vorbereitung auf diese Prüfung empfehlen wir Ihnen, ein einjähriges Praktikum in einer öffentlichen Apotheke zu absolvieren sowie einmalig an den begleitenden Unterrichtsveranstaltungen für Pharmazeuten im Praktikum, hier im Hause, teilzunehmen.

Für die Durchführung des Praktikums benötigen Sie eine Berufserlaubnis, die Sie berechtigt, unter Aufsicht eines approbierten Apothekers pharmazeutische Tätigkeiten in einer Apotheke auszuüben.

Nach erfolgreichem Ablegen der Gleichwertigkeitsprüfung kann Ihnen, bei Erfüllung der persönlichen Voraussetzungen, auf Antrag die Approbation als Apotheker ausgestellt werden.

Sollten Sie nicht im Besitz einer der EU oder des europäischen Wirtschaftsraumes zugehörigen Staatsangehörigkeit sein, so kann Ihnen auf Antrag eine Berufserlaubnis zur Ausübung des Apothekerberufes, unter Wegfall der Beschränkung, unter Aufsicht eines approbierten Apothekers zu arbeiten, ausgestellt werden.